Corona: Auswirkungen auf die Initiativen

Corona: Auswirkungen auf die Initiativen

Bereits im April haben wir unser Interview um eine zusätzliche Corona Befragung erweitert. Wir wollten erfahren wie sich der Lockdown und die verschärften Sicherheitsbestimmungen auf die Arbeit der Initiativen auswirken. Rund 30 Initiativen wurden zu ihren Erfahrungen im Rahmen der Corona Situation befragt. Hier ein kleiner Einblick in unsere Ergebnisse:

Zu Beginn des Lockdowns waren zunächst viele Engagierte stark mit sich selbst und ihrem veränderten Lebens- und Arbeitsalltag beschäftigt. Die meisten hatten das Gefühl, dass die Situation bald vorüber sein wird und man an Bestehendes anknüpfen könne. Rund zwei Wochen später realisierten die meisten Akteure, dass wir noch eine ganze Weile mit dieser Situation leben und umgehen müssen. So kam es zunächst zu einer Art „Schockstarre“, denn das bisherige Wirken funktionierte auf einmal nicht mehr, etablierten Formate wie Vortragsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Infostände oder Demonstrationen waren unter den verschärften Bedingungen nicht mehr möglich. Neue alternative Kommunikationswege mussten eingerichtet und (teilweise) gelernt werden. Es erfordert einiges an Kreativität und Inspiration um neue Lockdown-konforme Formate zu etablieren.

Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Befragung einen Aktivitätsindex erhoben. Die Befragten sollten angeben, wie groß die Aktivität der Initiative im Vergleich zu vor Corona ist. Nach der kurzen Zeit der Starre war die Aktivitäten der allermeisten Initiativen überraschenderweise sehr stark ausgeprägt (70 – 120%). Viele Initiativen haben sich internen Prozessen, wie der Schärfung des eigene Profils, der Konzeption neuer Formate oder der Optimierung ihrer Social Media Aktivitäten gewidmet. Einige Organisationen berichteten sogar über mehr Arbeit als zuvor, insbesondere wenn diese in beratenden, unterstützenden Funktionen agieren.

Die Bewegung lebt davon, dass Menschen sich austauschen, vernetzen, diskutieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Mittlerweile haben sich digitale Veranstaltungen gut etabliert, teilweise schalten sich bis zu 120 Personen zu. Eine erfreuliche Entwicklung, die wir hoffentlich auch nach Corona beibehalten werden, denn sie erlaubt uns nachhaltig große geographische Distanzen zu überwinden. Dennoch ist die Atmosphäre, die Energie und Dynamik spürbar anders, im persönlichen Austausch. Es wird daher sehr begrüßt, dass die neuerlichen Bestimmungen nun wieder die Option der persönlichen Begegnung in Kleingruppen ermöglicht.

Image by Willfried Wende from Pixabay

Über Madeleine Genzsch

Hauptamtlich übernimmt Madeleine Genzsch die Projektkoordination und den wissenschaftlichen Teil des Projektes. Sie ist studierte Ökonomin und Doktorandin am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen.